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Zinsen ist Entgelt für überlassenes Kapital

Zinsen werden gezahlt, um einen Kapitalgeber für die Verleihung des Kapitals zu entlohnen. Der Sparer stellt seiner Bank Kapital zur Verfügung und erhält dafür Zinsen, der Kreditnehmer erhält von seiner Bank einen Geldbetrag und zahlt der Bank dafür Zinsen und Anleiheemittenten nehmen am Kapitalmarkt Geld auf und entlohnen dafür die Anleger.

Zinssätze und Risiko

Grundsätzlich fallen die Zinssätze höher aus, je höher das Risiko der Kapitalüberlassung ist. Wenn etwa ein Privatmann ohne regelmäßiges Einkommen und ohne Vermögen Geld leihen möchte, so weiß die Bank nicht, ob sie das verliehene Geld je wiedersehen wird. Wenn sie diesem Privatmann überhaupt einen Kredit gibt, wird sie sich dieses Risiko von dem Kreditnehmer durch einen hohen Zinssatz bezahlen lassen. Für Verbindlichkeiten von Unternehmen verhält es sich ähnlich: Ein Start-Up mit unsicheren Geschäftsaussichten, muss in der Regel sehr hohe Zinsen zahlen, wenn es überhaupt einen Kredit bekommt.

Sicherheiten bei Krediten

Falls der Kreditnehmer aber eine Sicherheit hinterlegt, auf die die Bank zurückgreifen kann falls der Kreditnehmer seine Zinsen nicht zahlt oder seine Schulden nicht zurückzahlt, so wird sie das Risiko deutlich niedriger einstufen. Dies ist der Hauptgrund dafür, dass Hypothekenkredite mit Immobilien als Sicherheit in der Regel deutlich niedriger verzinst sind, als unbesicherte Kredite.

Zinsen im Unternehmen

Gerade bei kleinen Unternehmen kann sich der Zinssatz für Kredite auch deutlich unterscheiden, abhängig von der gewählten Gesellschaftsform. In der Gewinn- und Verlustrechnung tauchen erhaltene Zinsen als Ertrag auf, während gezahlte Zinsen als Aufwand verbucht werden. Im Gegensatz zu Kosten für Eigenkapital senken gezahlte Zinsen daher den Jahresüberschuss von Unternehmen und damit in der Regel auch die zahlbare Gewerbesteuer sowie Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer.

Zinseszins

Eine Interessante Eigenschaft von Zinsen ist, dass sie exponentiell steigen, wenn die gezahlten Zinsen angespart werden. Als Zinseszins werden dabei die Zinsen genannt, die auf vorher erhaltene Zinsen gezahlt werden. So gut dieser Effekt für Sparer ist, so dramatisch kann er für verschuldete Privatpersonen, Unternehmen und sogar Staaten sein.
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