Die automatische Steuererhöhung durch Inflation
In den meisten Ländern ist die
Einkommensteuer progressiv gestaltet. Das heißt, je mehr man verdient, desto höher ist der Anteil vom Einkommen, den man als Steuer an den Staat abführen muss.
Beispiel
Ein einfaches Beispiel ist ein Land, in dem der Steuersatz für die ersten 10.000 verdienten Euro in einem Jahr bei 0 liegt und für jeden weiteren Euro bei 30 Prozent. Wenn die Gehälter im Gleichschritt mit den Löhnen steigen, erhöht sich der effektive Steuersatz.
Zur Verdeutlichung eine kleine Tabelle:
| Jahr | Preisindex | Preis- steigerung | Gehalt | Gehalts- steigerung | Einkommen- steuer | Steigerung Einkommensteuer |
| 1 | 100 |  | 20.000 |  | 3.000 |  |
| 2 | 110 | 10% | 22.000 | 10% | 3.600 | 20% |
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Wie man sieht, verdient der Arbeitnehmer nicht wirklich mehr, da seine Gehaltssteigerungen nur die
Inflation widerspiegeln. Die Steuerbelastung hingegen ist deutlich stärker gestiegen.
Kalte Progression in der Realität
Die kalte Progression tritt in der Realität fast immer auf, wenn Inflation herrscht. Sie ermöglicht es der Politik, die Steuereinnahmen zu steigern, ohne damit einen öffentlichen Aufschrei hervorzurufen, der bei einer offiziellen Steuererhöhung in der Regel unvermeidbar ist.